Veranstaltungsort
Wir treffen uns seit dem 25. Juni 2015 im neuen Gebäude des Instituts für Prähistorische Archäologie der FU Berlin (in der Holzlaube), Raum 2.2059, Fabeckstr. 23-25 (14195 Berlin).
Die Treffen finden i.d. Regel wieder montags statt.


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Unter folgendem Link erhalten Sie eine Übersicht zu den letztjährigen Exkursionen.


Vortragsprogramm für das Jahr 2017

24. April

17 Uhr: Mitgliederversammlung

Tagesordnung:
Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden
Kassenbericht für das Jahr 2016
Bericht der Rechnungsprüfer
Aussprache zu den Berichten
Entlastung des Vorstands und des Schatzmeisters
Neuwahl des Vorstands
Tätigkeitsbericht der Zeitschrift für Ethnologie (Lars-Christian Koch)
Planung einer Exkursion
Verschiedenes

Anschließend finden in einer öffentlichen Sitzung ab 18 Uhr die Vorträge der diesjährigen Preisträger des Rudolf-Virchow-Förderpreises statt.

Alexandra Bauer, Berlin
„Von dieser verkniffenen Zugehörigkeit frei machen“. Transnationale Lebensgeschichten und Mehrfachzugehörigkeiten unter südkoreanischen Frauen in Deutschland

Stephanie Bealek, Tübingen
„Teenagerschwangerschaften" – ein modernes Phänomen? Junge Mütter im archäologisch-anthropologischen Kontext

Ruben Wehrheim, Frankfurt am Main
Symposion am Ipf? Zum Auftreten griechischer Keramik auf nordalpinen Fürstensitzen



 

Bereits gehaltene Vorträge

30. Januar

18 Uhr: Hilke Thode-Arora, München

Für fünfzig Pfennig um die Welt: Völkerschauen zwischen Schaugeschäft, Wissenschaft und Kolonialpolitik

Völkerschauen waren Schaustellungen Menschen fremder Kulturen, die einem staunenden Publikum gegen Eintrittsgeld Darbietungen aus ihrer Herkunftsregion boten – um 1900 eine weitverbreitete Attraktion des europäischen Unterhaltungsgeschäfts. Musikdarbietungen, Tänze und Kampfszenen faszinierten die Besucher ebenso wie ein Blick in das ‚tägliche Leben’ der frei zugänglichen Völkerschau-‚Dörfer‘. Viele Schauen gingen auf Tournee und erreichten ein Millionenpublikum. Zugleich waren Völkerschauen von Interesse für die jungen Wissenschaften der physischen Anthropologie und der Ethnologie mit ihrer noch geringen Datenbasis. Sie boten die bequeme Möglichkeit einer Forschung am Wohnort; für die Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte etwa fanden regelmäßig Sondervorstellungen mit Gelegenheit zu körperlicher Vermessung und Befragung der Anwesenden statt. Aus kolonialpolitischer Sicht sollten die Schauen auf Kolonialausstellungen dem Publikum das Leben in den Kolonien anschaulich machen und den Völkerschauteilnehmern einen Eindruck von der militärischen und technologischen Überlegenheit Europas vermitteln. Allerdings reisten die Völkerschauteilnehmer oft mit ihrer eigenen Agenda, die sie in Europa umzusetzen hofften.

27. Februar

18 Uhr: Angelika Burkhardt, Braunschweig

Die jungen Männer von Borkum – Aus den Ergebnissen der anthropologischen Untersuchung einer Skelettstichprobe vom sog. Walfängerfriedhof der Nordseeinsel Borkum

Eine archäologische Grabung am alten Leuchtturm der Nordseeinsel Borkum, dem ehemaligen Kirchenstandort, förderte auch die Überreste historischer Inselbewohner zu Tage, die bis 1720 dort bestattet worden waren. Laut Inselgeschichte haben die Borkumer vor der Blütezeit, die der Walfang ihnen im 18. Jh. bescherte, hauptsächlich von der Viehwirtschaft gelebt, nebenher aber auch Küstenschifffahrt und Fischerei betrieben. Um 1606 lebten 164 Personen in 45 Familien auf der Insel. Erwartet wurde daher eine gemischte Friedhofsbelegung, welche die kleine bäuerliche Inselpopulation widerspiegelt: Männer und Frauen unterschiedlichen Alters sowie viele Kinder. Die 82 Skelettindividuen, die der anthropologischen Untersuchung zugeführt worden waren, erfüllten diese Erwartungen nicht, denn die Gruppe bestand mehrheitlich aus jungen und jugendlichen Männern. Aktivitätsmarker im Skelett der großen und kräftigen Männer verwiesen nicht nur auf eine überdurchschnittliche körperliche Beanspruchung, sondern mussten annehmen lassen, dass die Männer ihre Körper weit über das physiologisch Normale hinaus strapaziert hatten. Die männlichen Jugendlichen waren darüber hinaus von derselben schweren Erkrankung, die mit Entzündungen im gesamten Skelettsystem sowie in Anthropologie und Medizin bis dato unbekannten Knochenstrukturen einherging, dahingerafft worden. Wer waren diese Männer und was taten und litten sie in ihrem Leben? Die hartnäckige Suche nach den Ursachen des „Borkum Syndroms“, wie der Symptomkomplex vorläufig genannt wurde, zog weite Kreise, führte auf falsche Fährten und in Sackgassen. Aber Kommissar Zufall löste schließlich den Fall.

27. März

Achtung! Diesmal in Raum: 0.2002

18 Uhr: Raimund Masanz, Berlin

700 Kilo römischer Geschichte – Der Fund von Neupotz in Berlin

Unter den Bezeichnungen „Barbarenschatz“ und „Alamannenbeute“ ist ein Konglomerat aus über 1000 zumeist metallenen römischen Objekten in die Forschungsliteratur eingegangen. Der so benannte Massenfund wurde beim Kiesabbau zwischen 1967 und 1997 aus einem Altrheinarm nahe der rheinland-pfälzischen Ortschaft Neupotz geborgen.
Neben Küchen-, Koch- und Tafelgeschirr beinhaltet er vor allem eiserne Werkzeuge und Beschläge römischer Lastwagen. Er ist ein Zeugnis des Alltagslebens im römischen Gallien wie auch der Geschichte des ereignisreichen 3. Jahrhunderts n. Chr. in den römischen Nordwestprovinzen. Seit Ende letzten Jahres ist er in die Dauerausstellung des Neuen Museums einbezogen, wo ein repräsentativer Querschnitt des riesigen Objektbestandes im „Bacchussaal“ ausgestellt wird.
Der Vortrag wird den Fund in seiner Zusammensetzung vorstellen, seine Aussagekraft als archäologische Quelle ergründen und die bislang vorgeschlagenen Interpretationen kritisch beleuchten.




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